Ob bei Tag oder in der Nacht: die Altstadt von Marrakech rund um den Djemaa el Fna - dem Platz der Geköpften - und dem Labyrinth der Souks ist Faszination pur und immer eine Reise wert.

 

 

 

Bilder sagen oft mehr als Worte / Marrakech

Marrakech 2013

Marrakech - die etwas andere Städtereise

 

Das Thermometer an der Avenue Mohammed V ist auf 43° geklettert und von einem klaren Himmel brennt die Sonne ungehindert auf das Straßenpflaster.

 

Es ist der dritte Tag, an dem wir diese Strecke meistern. Der Asphalt scheint zu glühen. Wir sind froh, als wir den Place du 16 Novembre erreichen und uns auf einer Mauer, im Schatten einer Palme aus dem Vorgarten eines Bürogebäudes, der prallen Sonne entziehen können.

 

Während wir auf den Kleinbus warten, der uns wieder zum Hotel zurückbringen wird, lassen wir die letzten Tage Revue passieren.

 

Im Labyrinth der Souks

 

Nach der ersten Nacht in Marrakech, im RIU Tikida Garden, und einem ausgedehnten Frühstück machen wir uns auf den Weg. Das Hotel hat einen Pendelverkehr eingerichtet, der den Gästen die Möglichkeit bietet, vom frühen Vormittag bis zum späten Nachmittag in festgelegten Intervallen zum Place du 16 Novembre zu gelangen und auch dort wieder abgeholt zu werden.

 

Wer den Fußmarsch in Richtung Medina bei der Hitze nicht scheut, erlebt dabei bereits eine der lebendigsten nordafrikanischen Städte mit vielen faszinierenden Facetten, das ursprünglich nur ein Karawanenlagerplatz war. Orientierungspunkt ist dabei stets die eindrucksvolle Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert, deren Minarett mit einer Höhe von 77 Metern von der gesamten Medina aus gesehen werden kann.

 

Nach 25 Minuten haben wir den Djemaa el Fna erreicht, der zur Mittagszeit noch nicht besonders stark frequentiert ist. Das wird sich erst am Abend ändern.

 

Djemaa el Fna – der Platz der Geköpften. Vor einigen Jahrhunderten ließ man hier die Köpfe der Hingerichteten aufspießen. Heute ist es der Platz der Gaukler, und aufgespießt sind höchstens noch die Bestandteile der Bratspieße der abwechslungsreichen Speisen aus den Garküchen.

 

Wir überqueren den Platz und beginnen uns im Labyrinth der Souks zu verlieren. Es sind schmale Gässchen – oft überdacht – in denen sich unzählige Stände mit Händlern, Läden und kleine Werkstätten befinden. Hier wird alles verkauft was das Herz so begehrt, den Gaumen erfreut und den Magen füllt - und überhaupt wird alles repariert, was so kaputt gehen kann.

 

Wie kleine Bezirke sind die Souks aufgeteilt, in denen es dann schwerpunktmäßig Textilien, Holzschnitzereien, Töpfer- und Lederwaren gibt, es sind Kupfer- und Eisenschmieden vorhanden und natürlich die Obst- und Gewürzhändler.

 

Die unterschiedlichen Gerüche, Klänge und Farben lassen so etwas wie ein Gefühl aus 1001 Nacht aufkommen. Jeder hier möchte uns etwas verkaufen, aber die Aufdringlichkeit hält sich wohltuend in Grenzen.

 

Nachdem der restliche Inhalt unserer Wasserfläschchen sich der Außentemperatur angeglichen hat sind wir froh, als wir den Djemaa el Fna wieder erreichen und uns einen frischen Saft aus kalten Zitrusfrüchten von einem der vielen und lauten Saftverkäufer pressen lassen können.

 

Ein nächtlicher Ausflug

 

Es ist an der Zeit, die Hitze für den Rest des Nachmittages zu meiden.

 

Der Kleinbus mit Hassan am Steuer und noch einigen weiteren Hotelgästen an Bord, kämpft sich durch die ständig mit Bussen, Autos, Mopeds, Rädern und Eselskarren gut gefüllten Straßen, begleitet mit dem obligatorischen Hupen, dem Gestikulieren und manchmal auch mit lauten und nicht gerade freundlichen Tiraden des Fahrers, wenn andere Verkehrsteilnehmer sich seiner Meinung nach falsch verhalten haben.

 

Wie erfrischend doch kühle Getränke an der Poolbar sein können!

 

Frisch gestärkt und gutgelaunt, nach einem sehr gemütlichen Abendessen, machen wir uns noch einmal auf den Weg. Wir lassen uns ein Taxi rufen und es ist Sidi Habibi, seines Zeichens freier Taxiunternehmer, der uns durch das nächtliche Marrakech chauffiert.

 

Die angeleuchteten Stadtmauern, eingerahmt von Zypressen, Dattelpalmen und Kiefern, schimmern noch intensiver in den Rot- und Ockertönen, als am hellen Tag.

 

Monsieur Habibi steuert sein Taxi über Nebenstraßen und nähert sich dem Djemaa el Fna durch die Ausläufer der Souks. Das Taxi scheint direkt gegen Mauern fahren zu wollen, während sein Fahrer hupt und dann durch ein scharfes Abbiegen nach links oder rechts doch noch einen Durchgang zwischen dem Gemäuer findet und seinen Diesel recht forsch aber sicher durch die spärlich erleuchteten Gassen lenkt.

 

Der Djemaa el Fna bei Nacht ist einfach nur das Erlebnis. Jetzt tummeln sich Leute aller Kulturen auf dem Platz und verleihen seinem bunten Treiben Einmaligkeit.

 

Sind es im Eingangsbereich des riesigen Platzes, von der Koutoubia-Moschee kommend, unzähligen Kaleschen, die Geschichtenerzähler, Schlangenbeschwörer, Musikanten und Gaukler, die als Empfangskomitee fungieren, so sind es in Richtung der Souks nach den Buden mit den Garküchen und den Saftverkäufern die große Anzahl an Händlern, die oft nur auf einer Decke am Boden kniend oder sitzend ihre mannigfaltige Ware anpreisen.

 

Die Mischung aus dem Duft warmer Speisen, von Gebratenem, nach Weihrauch und sonstigen orientalischen Gerüchen lässt einen förmlich über den Platz schweben, an dessen Enden einige Cafés und Restaurants in teilweise luftigen Höhen zum Betrachten des Geschehens einladen. Auch der bunte Irrgarten der Souks ruft wieder zum Verweilen in seinen unterschiedlich beleuchteten Gängen ein. Das Verhandeln und die Einigung über den Preis eines Kleidungsstücks oder Souvenirs befriedigt letztendlich nicht nur den Käufer, denn auch der Verkäufer hat dabei ganz sicher profitiert.

 

Ein Kännchen voll mit wohlriechendem Pfefferminztee, in einem Café am Rande des Djemaa el Fna frisch zubereitet und auf der Terrasse im dritten Stock serviert, ist der richtige Abschluss des Tages und lädt ein, nochmals den Blick über den umtriebigen Platz schweifen zu lassen.

 

Paläste und Mausoleen

 

Der zweite und der dritte Tag beginnen jeweils wieder mit dem Ritual des Fußmarsches von der bereits erwähnten Haltestelle aus. 

 

Am zweiten Tag lassen wir den Djemaa el Fna ausnahmsweise links liegen und begeben uns auf die Suche nach dem Palais de la Bahia. Dieser Palast eines Wesirs, der kurz vor 1900 erbaut wurde, ist ein Prachtstück maurischer Baukunst. Die offenen Innenhöfe sind mit Marmorfliesen ausgelegt und üppig bepflanzt. Wunderschön anzusehen auch die allgegenwärtigen Schnitzereien aus Zedernholz an den Decken.

 

Die sich in unmittelbarer Nähe befindlichen engwinkeligen Gassen und Märkte, die hauptsächlich von den Einheimischen frequentiert werden, lassen uns nun endgültig in das Herz Marrakechs gleiten. Nicht jeder Anblick des zum Verkauf angebotenen ist unbedingt das, was europäischen Augen das Entzücken entlockt. Wir lassen uns staunend mit den Menschen, Fahrrädern, Handkarren und qualmenden Mopeds an den Ständen vorbeischieben.

 

Schließlich gelangen wir durch das Bab Agnaou, eines der schönsten Stadttore Marokkos, in die Kasbah und erreichen nach kurzer Suche den Eingang des Tombeaux des Saadiens.

 

Die Saadiergräber, prächtige Mausoleen aus dem 16. Jahrhundert in einem wunderschönen Garten gelegen, wurden erst 1917 entdeckt, da der Haupteingang vollständig zugemauert war und die sieben Sultane mit Familien, die dort begraben sind, bis dahin unbemerkt ruhen durften.

 

Die Koranschule

 

Am dritten Tag begeben wir uns ein weiteres Mal in das Labyrinth der Souks, um die Medersa Ben Youssef zu besuchen. Die im 14. Jahrhundert gegründete Koranschule besticht ebenfalls durch einen marmorgefliesten Innenhof, der durch ein großes Becken für rituelle Waschungen ergänzt ist. Der Gebetsraum und vor allem die gut erhaltenen Studierzimmer – eines davon komplett eingerichtet – im weitläufigen Areal beeindrucken nachhaltig.

 

An unserem letzten Abend in Marrakech lassen wir uns noch ein letztes Mal von Monsieur Habibi zum nächtlichen Djemaa el Fna entführen. Noch einmal die Atmosphäre dieses irrsinnigen Platzes genießen, künstliche Schlangen, Wunderheilmittel und Hennamalereien auf der Haut dankend ablehnen, und einfach nur in den Strudel der Empfindungen für alle Sinne eintauchen.

 

Das Glas Pastis, am Ende jedes Abends an der Hotelbar genüsslich verkostet, rundete jeden einzelnen dieser erlebnisreichen Tage ab, obwohl wir längst noch nicht alles gesehen haben, was diese herrliche Stadt noch zu bieten hat.

 

Wir kommen wieder

 

Sidi Habibi ist es auch, der uns am nächsten Morgen zum Flughafen fährt. Wir verabschieden uns von ihm und von dieser so beeindruckenden orientalischen Metropole. Au revoir Marrakech – wir besuchen dich gerne mal wieder.

 

 

 

 

 

 

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